Kategorie-Archiv: Allgemein

Ich brauche einen Spezialisten

Früher war es schwer, einen Spezialisten zu finden, wenn man mal einen brauchte. Der Grund dafür war, dass es früher – also ich rede jetzt von vor dem Internet – nur das Telefonbuch gab und die Gelben Seiten, wenn man nach einem Gewerbe suchte. Natürlich ist das immer noch besser als im Mittelalter, als man entweder vom Hören einen Spezialisten kannte, der in einem Nachbardorf seine Praxis hatte, oder sich sonst auf das eigene kleine Dorf beschränken musste.

Doch das Problem mit gelben Seiten ist doch, dass das Buch nur die Leute beinhaltet, die sich auch für mehr oder weniger Geld darin eintragen lassen. Und dann hängt es ein wenig von Geduld, Zufall und auch vom Glück ab, ob derjenige, den ich suche, auch darin zu finden ist. Und natürlich, ob ich ihn auch wirklich finde. Denn es kann ja auch sein, dass ich unter der ganz falschen Bezeichnung suche. Das kann passieren, wenn die Profis unter mehreren Berufsbezeichnung zu finden sein können.

stellen wir uns zum Beispiel folgende Situation vor: Ich bin Pferdehalter und habe dabei einen Kauf getätigt, mit dem ich nicht zufrieden bin, weil ich das Gefühl habe, ich wurde über den Tisch gezogen. Ich habe aber vielleicht keine Erfahrung, ob ich jetzt einen Anwalt brauche, oder nicht. Dann suche ich wahrscheinlich in den Einträgen irgendwo unter dem Buchstaben P wie Pferd und hoffe dort fündig zu werden. Was aber, wenn der Anwalt für Pferderecht nur unter A wie Anwalt insierieren lässt?

Heute ist das wie gesagt kein Problem mehr, denn ich kann in den gelben Seiten oder dem Telefonbuch online nach Branchen suchen, oder auch gleich in meiner Suchmaschine. Wenn ich das selbe, oben beschriebene Problem habe, dann suche ich einfach nach einem Anwalt für Pferderecht in meiener Heimat, z.B. Leverkusen und die Website schlägt mir sofort relevante Anwälte für Pferderecht in Leverkusen vor.

Ein Problem habe ich aber dennoch: Egal ob es um die Einträge im virtuellen Telefonbuch geht oder um die Webseiten der Spezialisten selbst, ich verlasse mich mittlerweile darauf, dass ich finde, was ich suche und schaue nicht mehr in den Analogen Verzeichnissen nach. Was passiert also, wenn ein Spezialist so rückständig ist, dass er gar keine Webseite besitzt oder diese so schlecht ist, dass sie gar nicht erst angezeigt wird? Dann haben wir beide Pech: Der Anwalt, weil ich nicht als Mandant in seine Kanzlei komme und natürlich ich selbst, denn egal welches Problem ich habe, ich suche mir wahrscheinlich nicht den besten Spezialisten, um mein Problem zu lösen.

Instandhaltungskosten gering halten

Wenn man sein Leben als System betrachtet, und man sich selber als Designer dieser Systeme sieht, hat man auf einmal einen großen und kreativen Gestaltungsspielraum. Man kann die einzelnen Teilsysteme seines Lebens betrachten und sich fragen, was das Ziel dieses Systems ist und das System dieses Ziel kosteneffizient erreicht, falls es das Ziel überhaupt erreicht. Es gibt natürlich auch Systeme, die garnicht laufen, oder noch implementiert werden müssen.

Die Fragen, die man sich dann bei jedem System stellen kann sind zum Beispiel: Ist das System simpel oder komplex? Kann ich das System vereinfachen? Wie hoch sind die Instandhaltungskosten des Systems (Zeit und Geld betrachten)? Wie effektiv arbeitet das System?

So kann man in seinem Leben viele Einsparpotenziale aufdecken und alle Systeme auf Optimum laufen lassen. Was das Optimum ist, ist natürlich jedem selbst überlassen. Aber mit dieser Übung wird auch eine Menge Zeit und Geld frei, die man dann wieder zur Verfügung hat.

Was verbirgt sich hinter den zwei Gesichtern des Januar?

Alle Kenner und Genießer des gepflegten Kinogenusses ist sicher schon in den Sinn gekommen, sich vielleicht den Film “Die zwei Gesichter des Januar” im Vorführungssaal zu Gemüte zu führen. Da solch ein Besuch sowohl Zeit, als auch Geld kostet, sollte man sich natürlich reiflich überlegen, ob das Machwerk es wert ist, von der eigenen Person besucht und konsumiert zu werden, oder ob man sich lieber für ein anderes Stück der Filmkunst entscheidet. Diese Zusammenfassung soll dem geneigten Leser diese Entscheidung erleichtern.

Auf Vorstellungs- und Reviewseiten wird der Film als Thriller oder Drama mit Film-Noir-Anleihen präsentiert, in dem gerissene Gauner sich gegenseitig auf kreative Weise ein Wettrennen im Geiste liefern – um viel Geld und die Liebe einer schönen Frau. Meine Kritik würde die Handlung stattdessen als seichte Unterhaltung mit angedeuteten Trickbetrügereien und erhofften – aber ausbleibenden – unerwarteten Wendungen charakterisieren.

Wie komme ich zu dieser nüchternen Einschätzung? An dieser Stelle sei der Leser gewarnt, dass die folgenden Zeilen die Handlung des Streifens offenbaren.

Es beginnt alles in Griechenland, wo sich ein Herr in den späteren Jahren seines Lebens das Leben durch allerlei Luxus, sowie die Gesellschaft seiner Frau verschönert. Er ist gleichzeitig das Ziel des jungen Gauners, der eine leichte Beute wittert und sogleich versucht, sich an seine Fersen zu heften. Er nutzt im folgenden die mangelnden Kenntnisse bezüglich fremder Sprachen des zuerst genannten Herren aus, um das große Geld zu machen. Und zwar, in dem er die Preise beim Feilschen hoch handelt und etwas davon in die eigene Tasche steckt.

Dabei bleibt es leider auch im gesamten restlichen Film, bis zum Finale, bei dem der junge Mann versucht, den Alten durch das Tragen eines Abhörgerätes zum Ablegen eines Geständnisses zu bringen. Wie ist es soweit gekommen? Der alte Herr hat Geld von seinen Anlegern und Investoren verloren – es wird niemals geklärt, ob mit Absicht oder unwissentlich – und im Rahmen seiner Flucht aus Griechenland lassen sowohl ein Privatdetektiv, als auch seine Frau durch Unfälle ihr Leben.

Mich lässt der Film mit einem unbefriedigten, leeren Gefühl der Belanglosigkeit zurück. Würde ich mir Erfolg versprechen, ich würde umgehend einen Rechtsanwalt in Aschaffenburg aufsuchen, um mir meine Lebenszeit zurück zu erklagen, die ich durch die Konsumierung dieses seichten Machwerkes verschenkt habe.

Die unsichtbaren Kosten der Überstunden

Arbeitnehmer trifft es hart: Nicht nur müssen sie immer wieder bis zu 60 Stunden in der Woche arbeiten – was harte Folgen für Gesundheit und Lebenserwartung haben kann – es kommen auch noch jede Menge versteckte Kosten auf sie zu. Je mehr Überstunden, desto mehr müssen Angestellte berappen.

Dabei ist hier nicht von den Steuern die Rede. Natürlich ist es auch eine Überlegung wert, ob sich Überstunden wirklich lohnen, wenn über die Hälfte gar nicht in der Brieftasche ankommt. Doch hier geht es um die Opportunitätskosten – einem Konzept das bemisst, was man mit den Ressourcen hätte anfangen können, wenn man sie anders eingesetzt hätte.

Welche Ressourcen setzen wir tattäglich ein, um unsere Überstunden zu “bezahlen”? Unsere Lebenszeit, körperliche Energie und Gesundheit. Was bekommen wir dafür? Ein anerkennendes Nicken vom Chef, im besten Fall, oder wir müssen nicht befürchten, von den Kollegen als Fahnenflüchtling oder Faulpelz verschrien zu werden. Doch was könnten wir stattdessen mit all der Zeit anfangen, wenn wir nicht im Büro sitzen würden?

Familienmütter- und Väter könnten Zeit mit dem geliebten Partner verbringen oder ihren Kindern beim Aufwachsen zusehen und sie begleiten. Kinder werden – Einzelkind vorausgesetzt – nämlich nur ein Mal groß. Und wenn die Tochter oder der Sohn erstmal aus dem Haus ist, bringt es auch nichts, wehmütig zurück zu blicken und zu sagen: “Im Nachhinein hätte ich meinen Sohn lieber bei seinem ersten Fussballtunier angefeuert, anstatt dieses eine Projekt mit der wichtigen Deadline für meinen Chef fertig zu stellen”. Oder: “Wenn ich nicht immer JA gesagt hätte, wenn meinen Kolleginnen mich um meine Vertretung gebeten haben, dann wären meine Rückenwirbel jetzt nicht so kaputt, dann könnte ich jetzt auf Reisen gehen, anstatt jeden Tag Schmerzen zu leiden und teure Medikamente zu schlucken”.

Kommt Ihnen das bekannt vor? Überstunden haben eben hohe Opportunitätskosten. Darum sollte es Ihnen ein Anliegen sein, sich niemals zu mehr Arbeit zwingen zu lassen, als Sie es bei Aufnahme der Arbeit mit dem Arbeitgeber vereinbart haben. Ein Anwalt kann Sie darüber beraten, wie Sie am Besten damit umgehen sollten, wenn Ihr Chef sie bittet, mehr zu arbeiten.

Nicht nur, dass Überstunden nicht ohne Vereinbarung oder Absprache mit dem Betriebsrat angeordnet werden dürfen, es gibt auch absolute Obergrenzen, an die sich jeder Chef zu halten hat. 48 Stunden sind das Limit, 60 Stunden in der Woche sind als Ausnahme zulässig, sollten aber im sechsmonatigen Zeitraum im Durchschnitt die zuerst genannte Grenze nicht knacken. Verlangt Ihr Chef mehr von Ihnen, oder versucht er Sie gar zu “inoffiziellen” Überstunden zu überreden, die “hier jeder Kollege übernimmt”, ist es Zeit für einen Gang zum Anwalt in Peine. Nehmen Sie nicht kampflos hin, wenn Ihr Vorgesetzter Ihre Lebenszeit und Ihre Gesundheit für seinen alleinigen Nutzen einspannt.

Die großen und die kleinen

Es gibt kleine Menschen und es gibt große Menschen. Dabei beziehe ich mich nicht (nur) auf die Körpergröße. Was die Körpergröße damit zu tun hat, darauf gehe ich später noch ein. Ich komme auf die Geschichte, weil ich bei meinem Steuerberater in Aschaffenburg im Wartezimmer neulich so einen Menschen traf, und er mir eine Geschichte erzählt hat. Sie beginnt ungefähr so:

Was macht einen Menschen klein oder groß? Kleine Menschen sind Menschen, die weit unter ihrem Potenzial bleiben. Etwa aus Angst oder weil andere Menschen dafür sorgen (etwa aus Angst). Menschen können also kleingehalten werden, oder sich selber klein halten.

Große Menschen hingegen treffen oder übersteigen ihr Potenzial. Sie sind völlig ungehindert von Angst oder einschränkenden Konzepten, die uns in der Schulzeit in den Kopf gepflanzt werden.

Es gibt körperlich kleine Menschen, auf die in oft herabgeschaut wird. Einige dieser kleinen Menschen wandeln dies in Motivation um, mehr aus sich zu machen, als das Auge trifft. So werden aus körperlich kleinen Menschen dann große Menschen.

Ich denke die Moral der Geschichte ist, dass wir alle ein gewisses Potenzial haben. Und wir spüren es, wenn wir dieses nicht erreichen. Also bleibt die Frage, warum? Reflektieren und Analysieren unseres Handelns kann uns Aufschlüsse darüber geben.

Die Frage ist: Verändern wir mit dem gewonnen Wissen etwas oder bleiben wir klein?

Aufgeatmet!

Ein Aufatmen ging durch die Menge, als Clark Gibbles die Hand hoch und sagt: “Hier, ich kann fliegen!”. Geübt, vor allem beim fliegen einmotoriger Maschienen, übernahm Clark das Steuer. Die Stewardess schloss dir Tür langsam um sich noch einmal zu versichern. “Clark richtig?” , fragte sie “Sind sie sich sicher, dass sie diese Art von Maschiene wirklich fliegen können?”. Clark zögerte kurz, als er sich an einen Spruch erinnert den er neulich gelesen hatte. Er lautete, “Wenn du dir nichts zutraust, wer soll es dann tun?”. Keine Sekunde nach dieser Überlegung sagte er: “Nein, aber ich gebe mein bestes, das muss ihnen reichen Lady”.
Der neue Pilot beachtete sie nicht mehr und sah sich um. Da lag der CO-Pilot tief alkoholisiert in seinem Sessel, wo war nur der eigentliche Pilot hingekommen? Betrank er sich betreits in der ersten Klasse, oder war der plötzliche Anfall von Wahnsinn ihm zu Kopf gestiegen und er saß lethargisch in der Ecke? Egal!
Das Cockpit glich einer Spielhalle deren gesamte Knöpfe und bunten Lichter sich auf einem einzigen Tisch versammelt hatten um die größte Party zu feiern die sie je gesehen hatten. Überall leuchtete und tutute es. Schwer zu sagen ob nur einer dieser Knöpfe irgendeine wichtige Funktion hatte, oder sie der Elektroingenieur, in einem Anfall von Minderwertigkeitskomplexen, wahllos auf der Mega-Schalttafe anordnete.
Sie luden jedenfalls zu Histerie und dem Bedürfnis gleich mehrere Drinks on the Rocks (die harten Sachen) zu bestellen ein. So viel ist sicher!
Die Situation war unübersichtlich, aber nicht unmeisterbar und so beschloss Clark einen kühlen Kopf zu bewahren und souverän die Aktionen durchzuführen deren er sich sicher war. Er saß schonmal ein einem Flugsimulator, genau, was hatte er da getan? Richtig, die Zusatztanks! Er drückte zielsicher einige Knöpfe und bestätigte mit einem anderen Schalter. “Was machen sie da nur???” rief die Stewardess mit einem ganz klaren Anflug von Unverstädnis gepaart mit dem Wunsch Clark zu erschießen, in ihrem hübschen Gesicht. Clark wusste, er hatte die Zusatztanks abgeworfen, er hatte ihr Todesurteil unterzeichnet, oder eher gesagt, er hatte es gedrückt.